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[MNZ] Marktfruehschoppen: Proteste beschränken sich auf Pfiffe und Zwischenrufe
(zu alt für eine Antwort)
Metin Eskesehir
2003-07-07 09:35:15 UTC
Permalink
Aus Marburger Neue Zeitung vom 7. 7. 2003.

----->>>>>

Deutlich weniger Besucher des Marktfrühschoppens als 2002

Proteste beschränken sich auf Pfiffe und Zwischenrufe
07.07.2003

Von Regina Tauer
Tel.: (0 64 21) 16 99 91 2
E-Mail:***@mail.mittelhessen.de

Marburg. 1000 bis 1200 und damit deutlich weniger Besucher als im
vergangenen Jahr fanden sich gestern zum Marktfrühschoppen ein. Deutlich
weniger hatte auch die Polizei zu tun, die rund um den Ort des
Geschehens mit etwa sechzig Beamten im Einsatz war. Ein paar Gegenstände
wurden sichergestellt, die in erster Linie zum Lärmmachen geeignet
gewesen wäre, darunter war auch ein Megafon, berichtete der
kommissarische Leiter der Marburger Polizei, Roland Fritsch, dieser
Zeitung. In den vorübergehenden Besitz der Polizei gelangte auch ein
Nietenarmband und diverse Transparente wie Aufschriften wie "Deutschland
den Rücken stärken".

Alle Jahre wieder bot sich dem Betrachter ein buntes Bild auf dem
Marktplatz (li.). Bei Polizeikontrollen musste so mancher potentielle
Störer seine schmutzige Wäsche ausbreiten (re.).(Fotos: Marten)
Bild vergrössern

Schon lange vor Beginn des kürzesten Volksfestes Deutschlands hatten
nach Schätzung der Polizei hundert Gegner des Marktfrühschoppens eine
ganze Reihe von Bänken direkt vor der Bühne in Beschlag genommen. Warum,
sollte sich bald zeigen.

Klatschen auf Seiten der Freunde des Marktfrühschoppens, Pfiffe,
Buh-Rufe und ironisch gemeinte Zugaberufe begleiteten die Eröffnung des
Marktfrühschoppens um 11 Uhr durch Detlev Scharlau vom Vorstand der
Arbeitsgemeinschaft der Marburger Stadtteilgemeinden. Scharlau blieb
gelassen und kommentierte gegenüber dieser Zeitung lediglich: "Ich
verstehe nicht, warum sie in der ersten Reihe sitzen und sich dann die
Ohren vollstopfen."

"Wenn`s so bleibt, sind wir zufrieden." Roland Fritsch war die
Erleichterung anzusehen, dass die Lage auf dem Marktplatz im Vergleich
zum vergangenen Jahr fast entspannt wirkte. Auch Oberbürgemeister
Dietrich Möller (CDU), der die Strategie der Marktfrühschoppengegner aus
einem Fenster des Rathauses bereits früh durchschaut hatte, meinte
amüsiert: "Ich nächsten Jahr feiern die Demonstranten dann bei einem
Bier mit."

Nicht ganz so entspannt wirkte Hans-Joachim Wölk, Oberstaatsanwalt und
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Marburger Stadtteilgemeinden. Gegen
11.45 Uhr, der Geräuschpegel hatte zugenommen, drängte Wölk gegenüber
der Einsatzleitung der Polizei darauf, den Platz zu räumen. Wölk sah
einen Verstoß gegen das Versammlungsrecht. Polizeichef Fritsch
widersprach. Er und Möller empfahlen hingegen den Veranstaltern des
Festes, die Demonstranten erst einmal zu warnen.

Kritik an Wölk übten die Marktfrühschoppengegner. Dieser habe eine
Durchsuchung ihrer Taschen angeordnet. Fast wie Lob klang indes der
Kommentar zum Polizeieinsatz. "Sie hat sich zurückgehalten", meinte
Katharina Klinge gegenüber dieser Zeitung. Die Studentin sieht als
Ergebnis des diesjährigen Marktfrühschoppens einen "Schulterschluss
zwischen den Stadtteilgemeinden und den Studentenverbindungen". "Die
vertreten die gleiche Ideologie." Laut Klinge ist von einem Mitglied der
Stadtteilgemeinden mit Blick auf die Demonstranten der Satz gefallen
"Die gehören vergast".

Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen. Die Urheberschaft für einen Brief, der sich gestern Morgen im
Briefkasten dieser Zeitung fand, wies Philipp Everts von der
Burschenschaft Alemania zurück. Darin wird offenbar Bezug genommen auf
die Tagung "Eliten, Männerbünde, Vaterland", die am Samstag in Marburg
veranstaltet worden war (diese Zeitung berichtete) und die sich kritisch
mit den Studentenverbindungen auseinandersetzte. In dem Schreiben, das
angeblich von der Burschenschaft Alemania unterzeichnet ist, heißt es
unter anderem: "Niemand darf uns verbieten Kontakt zu Kreisen der NPD zu
haben." Als Unterstützer des Briefes wurden die Burschenschaften
Teutonia, Germania und Normannia Leipzig aufgezählt. Ein Sprecher der
Normannia Leipzig distanzierte sich ebenfalls von dem Brief.

Kleine Demonstration

Auch für die in der Stadt verteilten Polizisten wurde es ein ruhiger
Einsatz. Die angekündigte Demonstration mit 400 Marktfrühschoppengegnern
fand nicht statt. Nur ein kleines Trüppchen von 25 Menschen machte sich,
so die Polizei, auf den Weg. Dafür hätten sich 250 Demonstranten auf dem
Marktplatz aufgehalten, sagt Katharina Klinge.

Mangels Beschäftigung nutzten zwei Polizisten die Gelegenheit, Eisessen
zu gehen.

----->>>>>

-Metin.
Dr. Kai-Uwe Clauswitz
2003-07-07 18:18:58 UTC
Permalink
Hiho,
Post by Metin Eskesehir
Marburg. 1000 bis 1200 und damit deutlich weniger Besucher als im
vergangenen Jahr fanden sich gestern zum Marktfrühschoppen ein.
Woran das wohl liegen mag ? Ich kann diese Beobachtung jedoch nicht teilen.
Es war ähnlich voll wie im letzten Jahr.
Post by Metin Eskesehir
Marktfrühschoppens um 11 Uhr durch Detlev Scharlau vom Vorstand der
Arbeitsgemeinschaft der Marburger Stadtteilgemeinden. Scharlau blieb
gelassen und kommentierte gegenüber dieser Zeitung lediglich: "Ich
verstehe nicht, warum sie in der ersten Reihe sitzen und sich dann die
Ohren vollstopfen."
"Wenn`s so bleibt, sind wir zufrieden." Roland Fritsch war die
Erleichterung anzusehen, dass die Lage auf dem Marktplatz im Vergleich
zum vergangenen Jahr fast entspannt wirkte. Auch Oberbürgemeister
Dietrich Möller (CDU), der die Strategie der Marktfrühschoppengegner aus
einem Fenster des Rathauses bereits früh durchschaut hatte, meinte
amüsiert: "Ich nächsten Jahr feiern die Demonstranten dann bei einem
Bier mit."
So sieht es fast aus. Wenn nächstes Jahr die externen Krawalltouristen
wegbleiben, dann kann man mit den Studenten sicher vernünftig reden und
ihnen ihr eingetrichtertes Feindbild nehmen.
Vielleicht hören sie dann auch auf, ihr menschenverachtendes "Anti-Burschi-
Logo" zu tragen.
Post by Metin Eskesehir
11.45 Uhr, der Geräuschpegel hatte zugenommen, drängte Wölk gegenüber
der Einsatzleitung der Polizei darauf, den Platz zu räumen. Wölk sah
einen Verstoß gegen das Versammlungsrecht. Polizeichef Fritsch
widersprach. Er und Möller empfahlen hingegen den Veranstaltern des
Festes, die Demonstranten erst einmal zu warnen.
Kritik an Wölk übten die Marktfrühschoppengegner. Dieser habe eine
Durchsuchung ihrer Taschen angeordnet.
Offensichtlich wurden nicht genügend Taschen durchsucht. Mit Trillerpfeifen
wurde konstant versucht, den Gesang der Besucher und die Kapelle zu
übertönen. Immerhin dürften die Marktfrühschoppengegner damit jetzt auch
die letzten eingesessenen Marburger gegen sich aufgebracht haben.
Immer wieder wurden Stinkbomben in die Reihen der Gäste geworfen, wovon ich
von einer beinahe direkt getroffen wurde.
Angesichts der dauernden Provokationen war es nur der Besonnenheit der
Korporierten und der anderen Besucher zu verdanken, dass es nicht zu
Handgreiflichkeiten kam.
Post by Metin Eskesehir
Fast wie Lob klang indes der
Kommentar zum Polizeieinsatz. "Sie hat sich zurückgehalten", meinte
Katharina Klinge gegenüber dieser Zeitung. Die Studentin sieht als
Ergebnis des diesjährigen Marktfrühschoppens einen "Schulterschluss
zwischen den Stadtteilgemeinden und den Studentenverbindungen".
Was ja auch gar nichts Schlechtes ist.
Post by Metin Eskesehir
"Die
vertreten die gleiche Ideologie."
Aua, aua. Weder die Stadtteilngemeinden noch "die Verbindungen" (die es als
einheitlichen Block gar nicht gibt) vertreten "Ideologien".
Post by Metin Eskesehir
Laut Klinge ist von einem Mitglied der
Stadtteilgemeinden mit Blick auf die Demonstranten der Satz gefallen
"Die gehören vergast".
Jaja, sicherlich. Die "Vergasungsversuche" mit Stinkbomben gingen
allerdings von den Gegendemonstranten aus.
Und wer Sprechchöre "Nieder mit dem Männerwahn, schmeißt die Burschis in
die Lahn" skandiert zeigt ja wohl, wes Geistes Kind er ist.
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen.
Ich auch nicht, obwohl ich in unmittelbarer Nähe der Fahnenschwenker
gesessen habe. Ich habe nur Leute gesehen, die ihre Bundesfahne geschwenkt
haben.
Aber wenn Frau Gottschaldt ja so gegen antidemokratische Symbole ist, warum
arbeitet sie dann mit der im Verfassungsschutzbericht erwähnten PDS
zusammen ? Für mich zeugt das Ganze nur von einer verlogenen Doppelmoral.
Post by Metin Eskesehir
Die Urheberschaft für einen Brief, der sich gestern Morgen im
Briefkasten dieser Zeitung fand, wies Philipp Everts von der
Burschenschaft Alemania zurück. Darin wird offenbar Bezug genommen auf
die Tagung "Eliten, Männerbünde, Vaterland", die am Samstag in Marburg
veranstaltet worden war (diese Zeitung berichtete) und die sich kritisch
mit den Studentenverbindungen auseinandersetzte. In dem Schreiben, das
angeblich von der Burschenschaft Alemania unterzeichnet ist, heißt es
unter anderem: "Niemand darf uns verbieten Kontakt zu Kreisen der NPD zu
haben." Als Unterstützer des Briefes wurden die Burschenschaften
Teutonia, Germania und Normannia Leipzig aufgezählt. Ein Sprecher der
Normannia Leipzig distanzierte sich ebenfalls von dem Brief.
ROFL ! Ich würde sagen, da sollte man mal die Staatsanwaltschaft
einschalten, denn hier sprechen wir ja offensichtlich von
Urkundenfälschung.
Post by Metin Eskesehir
Auch für die in der Stadt verteilten Polizisten wurde es ein ruhiger
Einsatz. Die angekündigte Demonstration mit 400 Marktfrühschoppengegnern
fand nicht statt.
Die Proteste nehmen seit Jahren ab. Der Höhepunkt war vor einigen Jahren
(1996/97), als das Haus der Oberstadtgemeinde und das Privathaus von deren
Vorsitzendem mit Graffiti besprüht und er selbst von einem militanten
Marktfrühschoppengegner mit einer Pistole bedroht wurde.
Post by Metin Eskesehir
Nur ein kleines Trüppchen von 25 Menschen machte sich,
so die Polizei, auf den Weg. Dafür hätten sich 250 Demonstranten auf dem
Marktplatz aufgehalten, sagt Katharina Klinge.
Das waren allenfalls hundert. Und nächstes Jahr werden es wieder weniger
sein. In zwei, drei Jahren hat sich das möglicherweise alles von selbst
erledigt.
Post by Metin Eskesehir
Mangels Beschäftigung nutzten zwei Polizisten die Gelegenheit, Eisessen
zu gehen.
Wie bedauerlich. Sonst hätte man vielleicht die Marktfrühschoppengegner
erwischt, die einem behinderten Alten Herren von hinten die Krücken
wegtraten, um ihn anschliessend seiner Couleur zu berauben.

Dennoch: Ich werde jedenfalls auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Gruss,
Kai-Uwe.
Jan Korger
2003-07-07 18:36:35 UTC
Permalink
Post by Dr. Kai-Uwe Clauswitz
Jaja, sicherlich. Die "Vergasungsversuche" mit Stinkbomben gingen
allerdings von den Gegendemonstranten aus.
Und wer Sprechchöre "Nieder mit dem Männerwahn, schmeißt die Burschis in
die Lahn" skandiert zeigt ja wohl, wes Geistes Kind er ist.
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen.
Ich auch nicht, obwohl ich in unmittelbarer Nähe der Fahnenschwenker
gesessen habe. Ich habe nur Leute gesehen, die ihre Bundesfahne geschwenkt
haben.
Aber wenn Frau Gottschaldt ja so gegen antidemokratische Symbole ist, warum
arbeitet sie dann mit der im Verfassungsschutzbericht erwähnten PDS
zusammen ?
Weil nicht jede im Verfassungsschutzbericht erwähnte Organisation
(d.h.. Org, die einem der Landesverfassungsschtuzbeamten oder wie die
sich nennen) demokratie-feindlich ist. Dass du das behauptest ändert
daran gar nichts.

Ich wüsste nicht, wie die PDS es schaffen sollte, DE in irgendeiner Form
zu verändern (das stelle ich vollkommen wertfrei fest). Wer hier eine
Gefahr für die Verfassung sieht, ist möglichweiser paranoid und
schizophren zu gleich (weil er z.b. Schily's Otto-Katalog nicht sieht)
oder aber zu Zeiten des kalten Krieges verbeamtet worden und hat noch
im selben Moment das Denken eingestellt.

Ich blättere überigens manchmal -- rein zur Belustigung -- die
Linksextremismus-Seiten des Verfassungsschutzberichtes BaWü durch. Zum
einen finde ich erstaunlich wieviel Splittergruppen es (angeblich) gibt
und einfach nur köstlich, wie man aus jeder
WYSIWYG-Editor-Internet-Seite bei irgendeinem for-free Hoster eine
Organisation samt Bedrohung für Verfassung, Leidkultur, Moral und
Abendland macht. ("Mitglieder bundesweit: bis zu 10, Mitglieder BaWü: ?"
Ja, ich bekomm ja schon ganz arg Angst vor den "böhsen" Bolschewisten.)

Jan
Dr. Kai-Uwe Clauswitz
2003-07-07 18:57:02 UTC
Permalink
Post by Jan Korger
Ich wüsste nicht, wie die PDS es schaffen sollte, DE in irgendeiner
Form zu verändern (das stelle ich vollkommen wertfrei fest).
Sie sitzt immerhin im Bundestag und in Landesregierungen. Trotzdem hast
Du (zunächst einmal) damit recht.

Ich wüsste auch nicht, wie die NPD das schaffen sollte, BTW. Oder
irgendwelche Skins.
Trotzdem sind auch sie verfassungsfeindlich.

Und: wer angeblich so sensibel hinsichtlich demokratiefeindlicher
Symbole ist wie Frau Gottschaldt, der sollte sich auch an seine eigenen
Maßstäbe halten.
Und dass die PDS, die ja vor gar nicht allzulanger Zeit noch SED hiess,
einen Teil Deutschlands beherrschte und deren Miglieder zum grössten
Teil alte SED-Kader sind, selbst ein "antidemokratisches Symbol" ist,
geht aus ihrer eigenen Geschichte ja hervor.
Post by Jan Korger
Wer hier
eine Gefahr für die Verfassung sieht, ist möglichweiser paranoid und
schizophren zu gleich (weil er z.b. Schily's Otto-Katalog nicht sieht)
oder aber zu Zeiten des kalten Krieges verbeamtet worden und hat noch
im selben Moment das Denken eingestellt.
Weder noch. Aber in einer wehrhaften Demokratie empfiehlt es sich aber,
die Augen und Ohren offenzuhalten, denn aus kleinen Übeln können sehr
schnell grosse Übel werden. Wie sowas gehen kann hat man ja bei der sog.
"Machtergreifung" der NS-Gewaltverbrecher gesehen.
Für naiv und gedankenlos halte ich es vielmehr, solche Beobachtungen und
Veröffentlichungen (Verfassungsschutzbericht etc.) einfach zu ignorieren
und zu verlachen.
Post by Jan Korger
Ich blättere überigens manchmal -- rein zur Belustigung -- die
Linksextremismus-Seiten des Verfassungsschutzberichtes BaWü durch. Zum
einen finde ich erstaunlich wieviel Splittergruppen es (angeblich)
gibt und einfach nur köstlich, wie man aus jeder
WYSIWYG-Editor-Internet-Seite bei irgendeinem for-free Hoster eine
Organisation samt Bedrohung für Verfassung, Leidkultur, Moral und
?" Ja, ich bekomm ja schon ganz arg Angst vor den "böhsen"
Bolschewisten.)
Auch eine geringe Anzahl kann genug Schaden anrichten. Siehe: RAF,
siehe: Neonazis/Skinheads (bereits über 100 Tote), siehe: beliebige
Diktaturen /-oren.

Griessli,
Kai-Uwe.
Jan Korger
2003-07-12 23:00:35 UTC
Permalink
Post by Dr. Kai-Uwe Clauswitz
Post by Jan Korger
Ich wüsste nicht, wie die PDS es schaffen sollte, DE in irgendeiner
Form zu verändern (das stelle ich vollkommen wertfrei fest).
Sie sitzt immerhin im Bundestag und in Landesregierungen. Trotzdem hast
Du (zunächst einmal) damit recht.
Ich wüsste auch nicht, wie die NPD das schaffen sollte
Ich auch nicht. Ich finde das verbotsverfahren auch lächerlich.
Post by Dr. Kai-Uwe Clauswitz
BTW. Oder irgendwelche Skins. Trotzdem sind auch sie
verfassungsfeindlich.
Wenn ich mich dafür einsetze, dass die Verfassung geändert wird, dann
heißt das doch, dass ich die Verfassung ablehne, bin ich dann auch ein
Verfassungsfeind?

Jan
Dr. Kai-Uwe Clauswitz
2003-07-13 21:41:15 UTC
Permalink
Post by Jan Korger
Post by Dr. Kai-Uwe Clauswitz
BTW. Oder irgendwelche Skins. Trotzdem sind auch sie
verfassungsfeindlich.
Wenn ich mich dafür einsetze, dass die Verfassung geändert wird, dann
heißt das doch, dass ich die Verfassung ablehne, bin ich dann auch ein
Verfassungsfeind?
Kommt drauf an, was Du ändern willst und in welcher Weise...
wenn Du elementare Dinge, die zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung
gehören ändern wolltest, dann wärst Du natürlich ein Verfassungsfeind.
Wenn Du vielleicht das ein oder andere ändern möchtest, damit die ganze
Sache praktikabler wird, oder weil es überholt ist, dann nicht.
Zum Beispiel existiert (wenn ich richtig informiert bin) inder hessischen
Verfassung noch der Passus, das bei besonders schweren Verbrechen die
Todesstrafe verhängt werden kann. Jemand, der das rausschmeissen wollte
würde ich nun nicht als Verfassungsfeind bezeichnen.

Gruss,
Kai-Uwe.

Jan Korger
2003-07-07 18:41:26 UTC
Permalink
Post by Dr. Kai-Uwe Clauswitz
Jaja, sicherlich. Die "Vergasungsversuche" mit Stinkbomben gingen
allerdings von den Gegendemonstranten aus.
Und wer Sprechchöre "Nieder mit dem Männerwahn, schmeißt die Burschis in
die Lahn" skandiert zeigt ja wohl, wes Geistes Kind er ist.
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen.
Ich auch nicht, obwohl ich in unmittelbarer Nähe der Fahnenschwenker
gesessen habe. Ich habe nur Leute gesehen, die ihre Bundesfahne geschwenkt
haben.
Aber wenn Frau Gottschaldt ja so gegen antidemokratische Symbole ist, warum
arbeitet sie dann mit der im Verfassungsschutzbericht erwähnten PDS
zusammen ?
Weil nicht jede im Verfassungsschutzbericht erwähnte Organisation
(d.h.. Org, die einem der Landesverfassungsschtuzbeamten oder wie die
sich nennen, nicht passt) demokratie-feindlich ist. Dass du das
behauptest ändert daran auch nichts.

Ich wüsste nicht, wie die PDS es schaffen sollte, DE in irgendeiner Form
zu verändern (das stelle ich vollkommen wertfrei fest). Wer hier eine
Gefahr für die Verfassung sieht, ist möglichweiser paranoid und
schizophren zu gleich (weil er z.b. Schily's Otto-Katalog nicht sieht)
oder aber zu Zeiten des kalten Krieges verbeamtet worden und hat noch
im selben Moment das Denken eingestellt.

Ich blättere überigens manchmal -- rein zur Belustigung -- die
Linksextremismus-Seiten des Verfassungsschutzberichtes BaWü durch. Zum
einen finde ich erstaunlich wieviel Splittergruppen es (angeblich) gibt
und einfach nur köstlich, wie man aus jeder
WYSIWYG-Editor-Internet-Seite bei irgendeinem for-free Hoster eine
Organisation samt Bedrohung für Verfassung, Leidkultur, Moral und
Abendland macht. ("Mitglieder bundesweit: bis zu 10, Mitglieder BaWü: ?"
Ja, ich bekomm ja schon ganz arg Angst vor den "böhsen" Bolschewisten.)

Jan
Jan Korger
2003-07-12 23:08:45 UTC
Permalink
Post by Jan Korger
Weil nicht jede im Verfassungsschutzbericht erwähnte Organisation
(d.h.. Org, die einem der Landesverfassungsschtuzbeamten oder wie die
sich nennen, nicht passt) demokratie-feindlich ist. Dass du das
behauptest ändert daran auch nichts.
Dieser Landesverfassungsschutzbeamter, der ach so eigenmächtig die
PDS im Verfassungsschutzbericht erwähnt hat, ist Teil einer Behörde, deren
oberste Spitze demokratisch dem Parlament verantwortlich ist.
Du meinst: ist Lohnsklave einer Organisation mit ihren ganz eigenen
Regeln (wie jede größere Organisation), deren oberster Chef diesen
Posten auf Grund von Beziehungen zu einem Ministerium bekommen hat,
dessen Chef wiederum von einem Hampelmann eingesetzt worden ist, dessen
Wahl durch (meist) 2 Fraktion eines gewählten Gremiums, die gemeinsam
immer noch weniger als 50% der Untergebenen (außer in Bayern vielleicht)
repräsentieren, nach einem Kuhhandel zustande gekommen ist.
Dein Spott ist daher vollkommen unangebracht. Hier kannst Du auch die
Unterschiede zwischen einer freiheitlichen Demokratie und einem
kommunistischen Regime studieren.
"freiheitlich" widerspricht der Verfolgung andersdenkender.

"Regime" ist Synonym für "Regierung". Die gewollte Konnotation verwirrt
mich da auch nicht.

Der "Kommunismus" ist demokratisch.

In einer "Demokratie" herrscht Meinungsfreiheit.

Ich empfehle dir dein Posting zu überarbeiten.

Jan
Konrad Thalheim
2003-07-13 08:11:57 UTC
Permalink
<snip>
Post by Jan Korger
"freiheitlich" widerspricht der Verfolgung andersdenkender.
"Regime" ist Synonym für "Regierung". Die gewollte Konnotation verwirrt
mich da auch nicht.
Der "Kommunismus" ist demokratisch.
Ja, in der Theorie. In der Praxis laufen solche Systeme Gefahr, dass sie
diktatorisch regiert werden und diese Diktatoren mit Terror sich die
Gefolgschaft langfristig sichern müssen.

Auch eine Demokratie kann Gefahr laufen zu einem diktatorischen Regime
zu werden.
Mir fallen da beispielsweise Machtakkumulation ein, siehe auch USA und
Italien.
Oder auch geringe Wahlbeteiligung, dazu auch zig südamerikanische Beispiele
Oder: unser liebes Militär kann ja auch gefährlich werden. Ok, die
Bundeswehr ist da eine Ausnahme, sie ist ja keine Armee im preußischen
Sinne mehr.

Desshalb wäre es für den Kommunismus wichtig, dass alles wirklich
impertiv und rätedemokratisch organisiert ist. Das Problem hierbei ist,
dass nicht alle Menschen gleich sind und schon gar nciht für jeden Job
gleich geeignet.

Also: Es existiert kein Kommunismus auf der Erde. Staaten, die sich für
kommunistisch halten sind es nicht, da sie ganz und gar nicht
kommunistisch organisiert sind beziehungsweise noch in der mittlerweile
50jährigen Revolution stecken, bei der eine kleine Partei als Avantgarde
regiert.
Post by Jan Korger
In einer "Demokratie" herrscht Meinungsfreiheit.
muss nicht. Demokratie heisst ja , dass die Mehrheit des Volkes regiert
oder die Macht von eben dieser Mehrheit ausgeht (repräsentatie
Demokratie). Das bedeutet lange noch nicht, dass eine Minderheit ihre
Meinung verbreiten darf.
Nur: zu unserer Demokratie in Deutschland: Es herrschen
Meinungsfreiheit, Pressefreiheit (sinnvollerweise eingeschränkt),
Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, .... und und und
Dazu gibt es noch den Schutz von Leben, Menschenwürde und Wohnung usw.
Dies alles ist im Grundgesetz geregelt, und gehört desshalb zu unserer
Demokratie.


Gruß,

Konrad Thalheim
Bastian Behrens
2003-07-13 18:57:54 UTC
Permalink
Moin!
Post by Jan Korger
Post by Jan Korger
Weil nicht jede im Verfassungsschutzbericht erwähnte Organisation
(d.h.. Org, die einem der Landesverfassungsschtuzbeamten oder wie die
sich nennen, nicht passt) demokratie-feindlich ist. Dass du das
behauptest ändert daran auch nichts.
Dieser Landesverfassungsschutzbeamter, der ach so eigenmächtig die
PDS im Verfassungsschutzbericht erwähnt hat, ist Teil einer Behörde, deren
oberste Spitze demokratisch dem Parlament verantwortlich ist.
Du meinst: ist Lohnsklave einer Organisation mit ihren ganz eigenen
Regeln (wie jede größere Organisation), deren oberster Chef diesen
Posten auf Grund von Beziehungen zu einem Ministerium bekommen hat,
dessen Chef wiederum von einem Hampelmann eingesetzt worden ist
"Lohnsklave einer Organisation" - das ist "bestes" Radikale
Linke-AStA-Deutsch. Hattest du dich hier nicht mal als Erstsemester,
der an Verbindungen interessiert ist verkauft? Haha, wer's glaubt!
Könnte natürlich sein, dass du eine "KDStV xyz" für eine K-Gruppe
gehalten hast oder dem schlagenden Landsmannschafter Karl Marx
nacheifern willst...

Bevor ich hier falsch verstanden werde: Ich möchte dich eher er- als
entmutigen mit deiner Gesellschafts- und Verbindungskritik
weiterzumachen! Dadurch, dass sich die stark reduzierte Restlinke
heute lieber mit Globalisierung als mit uns beschäftigt gehen den
Verbindungen nämlich die Feindbilder der Fuxen und die Unterhalter der
Burschen und AHAHs verlustig.
Post by Jan Korger
Ich empfehle dir dein Posting zu überarbeiten.
Ich empfehle dir mal bei diesem Marburger "Projekt für mehr
Konservatismus in der Wissenschaft" oder s.ä. reinzuschauen. Die
kritisieren uns wenigstens pseudo-wissenschaftlich und leben auch noch
davon. Vielleicht sollte der CDA/CDK dies in seiner nächsten
Pressemitteilung als unseren Beitrag zum Abbau der
Akademiker-Arbeitslosigkeit verbreiten?

Schönen Sonntag, Bastian
Bastian Behrens
2003-07-08 11:42:44 UTC
Permalink
Post by Metin Eskesehir
Aus Marburger Neue Zeitung vom 7. 7. 2003.
"Wenn`s so bleibt, sind wir zufrieden." Roland Fritsch war die
Erleichterung anzusehen, dass die Lage auf dem Marktplatz im Vergleich
zum vergangenen Jahr fast entspannt wirkte. Auch Oberbürgemeister
Dietrich Möller (CDU), der die Strategie der Marktfrühschoppengegner aus
einem Fenster des Rathauses bereits früh durchschaut hatte, meinte
amüsiert: "Ich nächsten Jahr feiern die Demonstranten dann bei einem
Bier mit."
Tja, Weltrevolution macht halt durstig! ;-))
Post by Metin Eskesehir
Katharina Klinge gegenüber dieser Zeitung. Die Studentin sieht als
Ergebnis des diesjährigen Marktfrühschoppens einen "Schulterschluss
zwischen den Stadtteilgemeinden und den Studentenverbindungen". "Die
vertreten die gleiche Ideologie."
Die Studentenverbindungen sind untrennbar mit Marburg verbunden.
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke,
Aha, eine vom Verfassungsschutz beobachtete Linksextremistin.
Post by Metin Eskesehir
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Unsinn. Das könnte sogar die Bundesfahne vom VDSt gewesen sein. Daran
ist nix Undemokratisches - im Gegenteil haben viele VDSter unter
dieser Fahne die deutsche Demokratie führend aufgebaut.
Post by Metin Eskesehir
Auch für die in der Stadt verteilten Polizisten wurde es ein ruhiger
Einsatz. Die angekündigte Demonstration mit 400 Marktfrühschoppengegnern
fand nicht statt. Nur ein kleines Trüppchen von 25 Menschen machte sich,
so die Polizei, auf den Weg. Dafür hätten sich 250 Demonstranten auf dem
Marktplatz aufgehalten, sagt Katharina Klinge.
Ok, damit hätten auch die Marburger Korporationen die Linke überlebt.
Glückwunsch!

Cya, Bastian
Kai Beermann
2003-07-08 12:54:02 UTC
Permalink
Post by Bastian Behrens
Post by Metin Eskesehir
Aus Marburger Neue Zeitung vom 7. 7. 2003.
"Wenn`s so bleibt, sind wir zufrieden." Roland Fritsch war die
Erleichterung anzusehen, dass die Lage auf dem Marktplatz im Vergleich
zum vergangenen Jahr fast entspannt wirkte. Auch Oberbürgemeister
Dietrich Möller (CDU), der die Strategie der Marktfrühschoppengegner aus
einem Fenster des Rathauses bereits früh durchschaut hatte, meinte
amüsiert: "Ich nächsten Jahr feiern die Demonstranten dann bei einem
Bier mit."
Tja, Weltrevolution macht halt durstig! ;-))
<notier> Weltrevolution vorbereiten! </notier> Jetzt habe ich wieder einen
guten Grund zu trinken. Als wenn es daran gemangelt hätte :)
Post by Bastian Behrens
Post by Metin Eskesehir
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Unsinn. Das könnte sogar die Bundesfahne vom VDSt gewesen sein. Daran
ist nix Undemokratisches - im Gegenteil haben viele VDSter unter
dieser Fahne die deutsche Demokratie führend aufgebaut.
Gut, daß wir schon eine lange demokratische Geschichte haben und bereits
seit Gründung der BRD die FDGO anerkennen. Sonst müßten wir es der SED
gleichtun: Kurze Abstimmung, neues Label drauf - simsalabim, so wird aus
einer diktatorischen Einheitspartei eine Partei des demokratischen
Sozialismus.

Gut, nicht?
Post by Bastian Behrens
Post by Metin Eskesehir
Auch für die in der Stadt verteilten Polizisten wurde es ein ruhiger
Einsatz. Die angekündigte Demonstration mit 400 Marktfrühschoppengegnern
fand nicht statt. Nur ein kleines Trüppchen von 25 Menschen machte sich,
so die Polizei, auf den Weg. Dafür hätten sich 250 Demonstranten auf dem
Marktplatz aufgehalten, sagt Katharina Klinge.
Ok, damit hätten auch die Marburger Korporationen die Linke überlebt.
Glückwunsch!
Damit verschiebt sich der Unterhaltungswert solch traditioneller
Veranstaltungen wieder von der belustigten Beobachtung selbsternannter
Demokratievortänzer zurück zu den klassischen Inhalten: Zusammensein,
frische Luft genießen, Bier trinken, gemeinsam Spaß haben.
Post by Bastian Behrens
Cya, Bastian
Grüße,

Kai
--
Using M2, Opera's revolutionary e-mail client: http://www.opera.com/m2/
Hannes Gnad
2003-07-08 16:19:16 UTC
Permalink
Metin Eskesehir <***@gmx.de> wrote:

Hallole !
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen. Die Urheberschaft für einen Brief, der sich gestern Morgen im
Bißchen Faktenwissen am Rande: Die Fahne des "Zweiten Reiches", also
der wilhelmischen Zeit von 1871 bis 1914, ist nicht auf der Liste der
als verfassungsfeindlich eingestuften und damit verboteten Symbole. Dem-
nach hätte die Polizei, wenn dort eine solche Flagge geschwenkt worden
wäre und/oder eine solche gesehen worden wäre, nicht eingegriffen.
--
Beste Gruesse, Hannes Gnad ***@hannes-gnad.de
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Jan Korger
2003-07-08 18:13:09 UTC
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Post by Hannes Gnad
Hallole !
Post by Metin Eskesehir
Eva Gottschaldt, Stadtverordnete der PDS/Marburger Linke, wunderte sich
im Gespräch mit dieser Zeitung, warum die Polizei nicht eingegriffen
habe, als von Verbindungsstudenten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge -
ein deutschnationales, antidemokratisches Symbol - geschwenkt wurde.
Polizeichef Fritsch sagte auf Nachfrage, er habe keine solchen Fahnen
gesehen. Die Urheberschaft für einen Brief, der sich gestern Morgen im
Bißchen Faktenwissen am Rande: Die Fahne des "Zweiten Reiches", also
der wilhelmischen Zeit von 1871 bis 1914, ist nicht auf der Liste der
als verfassungsfeindlich eingestuften und damit verboteten Symbole. Dem-
nach hätte die Polizei, wenn dort eine solche Flagge geschwenkt worden
wäre und/oder eine solche gesehen worden wäre, nicht eingegriffen.
Die Polizei greift genau dann ein, wenn sie bzw. der Staatsanwalt das
für notwendig hält. Eine Plakat, das "als Beleidigung aufgefasst werden
könnte" reicht zumindest in BaWü in der Praxis darfür vollends
aus. Die Praxis war in dem Fall[1], an den ich gerade denke, übrigens
nicht gewaltfrei.

Jan

[1] Menschenkette vor der EUCOM, Stuttgart-Vaihingen "blood thristy muderers"
Dr. Kai-Uwe Clauswitz
2003-07-08 18:39:04 UTC
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Post by Jan Korger
Die Polizei greift genau dann ein, wenn sie bzw. der Staatsanwalt das
für notwendig hält. Eine Plakat, das "als Beleidigung aufgefasst
werden könnte" reicht zumindest in BaWü in der Praxis darfür vollends
aus.
Ob sie in den jeweiligen Fällen eingreift ist dann aber auch so eine Sache.
Ich habe in BaWü auch schon Demonstrationen mit verfassungsfeindlichen
Symbolen gesehen bei denen niemand einschritt.
Hans Peter Markus
2003-07-09 07:31:55 UTC
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figyel
2003-07-08 22:10:27 UTC
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Hiho,
Warum auch immer...
##
Anderer Fakt: Die Reichskriegsflagge auch nicht, aber...
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/lka/staatsschutz/rechts/informa
tionsblatt/start.html
""Zitat von oben""
Beachten Sie die Neufassung des § 86a Abs. 2 StGB. Im 2. Satz heißt
es: Den in Satz 1 genannten Kennzeichen stehen solche gleich, die
ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.
""""
Anyway: es wurde kein Reichskriegsflagge gezeigt, und auch keine die ihr
(oder einem anderen verfassungsfeindlichen Symbol) zum Verwechseln ähnlich
war.
Sprichst immer noch von Marburg, gell?
Darum gings hier kaum noch,

figyel
Hilko Bengen
2003-07-09 00:01:30 UTC
Permalink
Post by figyel
Sprichst immer noch von Marburg, gell?
Darum gings hier kaum noch,
Hey, das war ganze vier Postings entfernt. Wir sind doch hier nicht in
detebe[tm].

Leicht amüsiert,
-Hilko
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